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"Der Kontrast zwischen Kunst und Technologie motiviert mich"

CFLEX-Experten-Interview mit Christian Zeller alias Chris Delias

Unsere Unternehmenszentrale im Rivergate wurde soeben erweitert – mehr Platz im 9. Stock! Wir haben einen talentierten Künstler unter unseren Mitarbeitern, der sich dazu bereit erklärte, zwei Gemälde für die neuen Räumlichkeiten zu malen. Daher haben wir die Gelegenheit ergriffen und mit Christian Zeller, Head of Operations Development bei Constantia Flexibles, gesprochen...

Constantia Flexibles: In Ihrem Privatleben schaffen Sie Kunst als „Chris Delias“ – hier bei Constantia Flexibles leiten Sie die Abteilung Operations Development. Kunst und Technologie – ein Widerspruch in sich?


Christian Zeller: Das stimmt. Auf den ersten Blick wirken diese beiden Themen absolut gegensätzlich. In meiner Arbeit konzentrieren wir uns hauptsächlich auf Investitionen des Unternehmens in Technologien und Maschinen, auf Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsthemen sowie auf die Optimierung der Betriebsabläufe. Ich verbringe viel Zeit an unterschiedlichen Standorten weltweit und bewerte neue Technologien und Investitionen.

 

Wir unterstützen die Divisions bei Constantia Flexibles hinsichtlich der operativen Strategien und der Möglichkeiten zur Verbesserung der Produktivität. In meiner Freizeit schaffe ich Kunstwerke und präsentiere diese bei Kunstmessen, hauptsächlich in den USA.


Was die beiden Bereiche gemeinsam haben, ist die Kreativität. Ich benötigte auch eine Menge Kreativität in meinem Beruf, der anfangs sehr technisch aussieht – z. B. um Probleme zu lösen, alte Strukturen aufzubrechen und neue Lösungen zu schaffen. Dabei helfen mir mein von der Kunst beeinflusster, kreativer Entscheidungsfindungsprozess und die Fähigkeit, Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu sehen, sicherlich sehr.


Davon abgesehen motiviert mich sicher auch der Unterschied zwischen diesen beiden Welten – Kunst und Technologie. Ich denke nicht, dass ein einseitiges Leben sonderlich spannend ist. Es geht immer um das Gleichgewicht zwischen zwei Gegensätzen, das unsere Existenz interessant macht.


Constantia Flexibles: Was inspiriert Sie?

Christian Zeller: Ob Sie es glauben oder nicht, eine meiner wichtigsten Inspirationsquellen sind Modefotografien in Zeitschriften, die oft selbst Kunstwerke sind. Ich glaube, ich bin die einzige männliche Person an Board eines Flugzeugs, die die Vogue oder andere traditionell weibliche Zeitschriften liest.


Ich beobachte auch gerne Menschen an öffentlichen Orten, wie zum Beispiel Flughäfen, um zu sehen, wie sie interagieren und wie sie ihre Zeit verbringen, während sie warten.


Constantia Flexibles: Ihre Kunstwerke konzentrieren sich hauptsächlich auf das städtische Alltagsleben. Menschen, die kommunizieren, kombiniert mit Elementen der sogenannten neuen Technologien – Hashtags, WhatsApp und Facebook ...

Christian Zeller: Die Welt dreht sich nur um uns Menschen und um unsere Beziehungen zueinander. Alles, was uns umgibt – die Möbel, die Gebäude, der Tisch, der Teppich, das politische System, das Finanzsystem – alles wurde vom Menschen geschaffen. Jedes vom Menschen geschaffene System kann von der Menschheit leicht geändert werden, indem wir einfach aufhören, falsche Dinge zu tun; indem wir Dinge von nun an anders machen, hoffentlich besser. Es geht alles darum, wie wir agieren, reagieren und interagieren.
 
Soziale Netzwerke sind ein künstliches System für Kommunikation und Austausch – ebenfalls vom Menschen geschaffen; aber sie sind kein hundertprozentiger Ersatz für den Austausch von Gefühlen und Emotionen. Schließlich müssen wir dafür unsere Welt, unsere Emotionen und unsere Gefühle in den vorgegebenen Rahmen von Facebook, Twitter, Instagram, Google etc. pressen – kann das wirklich funktionieren?


Constantia Flexibles: Aber auch Sie verwenden Soziale Netzwerke ...


Christian Zeller: Natürlich nutze ich Instagram, Facebook, Twitter und so weiter. Diese Netzwerke kann man heutzutage nicht mehr ignorieren. Ich verwende sie als Marketinginstrumente, als Kanal, um meine Fans an meinem Leben teilhaben zu lassen, und für mich, um mit anderen Menschen rund um die Welt in Verbindung zu bleiben. Das sind Instrumente – sonst nichts! Ich verwende sie nicht für private Interaktionen mit Freunden oder der Familie; bei diesen Menschen ist der echte Kontakt wichtiger. Darum geht es: Beziehungen mit echten Menschen.


Constantia Flexibles: Erzählen Sie uns etwas über die beiden Gemälde, die Sie für unsere Unternehmenszentrale im Rivergate hier in Wien gemalt haben ...
 
Christian Zeller: Das linke Gemälde im 9. Stock spiegelt die Geschichte des Konzerns wider und zeigt die Wurzeln des Unternehmens als Walzwerk und den nächsten großen Meilenstein, das Aluminiumwalzwerk; das alte Teich-Logo ist ebenso im Gemälde enthalten wie die Form Österreichs, um zu zeigen, dass sich das Geschäft zu Beginn mehr auf Österreich konzentrierte. Bei diesem Werk entschied ich mich für einen traditionelleren Malstil, um die Geschichte zu reflektieren, da das Unternehmen bereits 1912 gegründet wurde.

Das rechte Gemälde zeigt den gegenwärtigen Status, die Weltkarte im Hintergrund und das Rivergate-Gebäude in Wien. Die Intention dieses Werks ist es, mit einem moderneren Malstil die Zukunft des Unternehmens abzubilden (wiedergegeben durch strukturierte Malerei unter Verwendung mehrerer Schichten und mit dem Einsatz von Spachteln als Malwerkzeuge).

Die Verbindung der beiden Werke wird durch die Symbole für die verwendeten Technologien dargestellt, die auf einer horizontalen Linie von links nach rechts angeordnet sind ... Von den Rohstoffen auf dem linken Bild bis hin zu den fertigen Produkten auf dem rechten Bild.

Constantia Flexibles: Worauf freuen Sie sich in der nahen Zukunft?

Christian Zeller: Im Moment bin ich an den Wochenenden damit beschäftigt, mich für die Art Santa Fe in New Mexico, USA, vorzubereiten. Die Kunstmesse wird im Juli stattfinden und es ist das erste Mal, dass ich eingeladen wurde, bei dieser renommierten Messe auszustellen.

 

Ich experimentiere derzeit mit einigen anderen Kunststilen und auch Materialien. Zum Beispiel habe ich kleine Vorleger bemalt, die im Haushalt vieler Menschen zu finden sind ... mit einem sehr interessanten Effekt!


Dies ist ein weiterer Aspekt, wie ich mich Kunst und Technologie annähere und was diese beiden Dinge meiner Meinung nach gemeinsam haben: Genau wie bei meiner Arbeit bei Constantia Flexibles, versuche ich mich auch in Bezug auf meine Kunst stets weiterzuentwickeln – und in beiden Bereichen braucht man einen starken Glauben daran, dass alles möglich ist!

 

 

Mehr über Chris Delias und seine Werke erfahren Sie hier:

 

Facebook: Chris Delias: https://www.facebook.com/profile.php?id=100009312081814
Twitter: @deliasarts: https://twitter.com/deliasarts
Linkedin: https://at.linkedin.com/in/christian-zeller-76183b72
Homepage: www.chrisdelias.com

Kontakt: artist(at)chrisdelias.com